Weblog von Linulo

Die Kevins hau'n uns raus!

Ich habs zwar schon als Lieblingslied verlinkt, aber mache es sicherheitshalber auch nochmal hier: „Kevins“, ein Lied, das gleichmaßen erheitert und Angst macht.

Das lange Scheitern von digitaler Kundenübervorteilung

Es gibt mehr als einen Grund, warum die Kopierschutzmaßnahmen, die unter der Abkürzung DRM (Digital Rights Management) zusammengefasst werden, weitgehend erfolglos waren. Warum DRM nicht funktioniert, kann man Verbrauchern am besten in Worten erklären, die er versteht: „Was passiert mit der Musik, für die Du Geld bezahlt hast, wenn das Unternehmen seine Meinung ändert?“. Früher war das eine hypothetische Frage, heute ist es eine historische. Die Firma Rhapsody, ein großer US-Online-Musikdienst, musste gerade erst einen weiteren seiner mit DRM belasteten Dienste einstellen. In dieser Woche teilte Rhapsody seinen Nutzern mit, dass sie Musik im Rhapsody-eigenen Dateiformat RAX bis zum 7. November in anderes Format konviertieren müssten, ansonsten würden sie sie beim nächsten Aufrüsten ihrer Computer verlieren.

Verraten und verkauft — der Schultrojaner

Markus Beckedahl schreibt in seinem Blog[?] Netzpolitik.org von einer Ungeheuerlichkeit im Rahmenvertrag zur Verwendung urheberrechtlich geschützter Werke in Schulen, der auf seiner Website heruntergeladen werden kann. Dort findet sich folgender Abschnitt:

Die Verlage stellen den [..] Schulträgern [..] eine Plagiatssoftware zur Verfügung, mit welcher digitale Kopien von für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werken auf Speichersystemen identifiziert werden können. Die Länder wirken [..] darauf hin, dass jährlich mindestens 1 % der öffentlichen Schulen ihre Speichersysteme durch Einsatz dieser Plagiatssoftware auf das Vorhandensein solcher Digitalisate prüfen lässt.

ONN: Obamas Umfragewerte im Höhenflug nach Schlag gegen Investment-Banker

Zu schön um wahr zu sein, aber ein netter Lacher allemal.

Natürliche Zahl des Tages: 2 hoch 19

Verblüffend wie genau 219 der Anzahl der Minuten pro Jahr entspricht.

Linulo über: Vorratsdatenspeicherung

Einmal angenommen ich wäre ein Staat und ich würde mich ganz außerordentlich für meine Bürger interessieren. Ich würde gerne wissen wie sie heißen, was für Freunde sie haben, worüber sie reden und schreiben, welcher Gesinnung sie angehören und noch Vieles anderes mehr. Wie würde ich das anstellen? Schon viele Staaten hatten denselben Wunsch und haben ihn konsequent umgesetzt, zwei davon sogar auf deutschem Boden.

Früher hat man die Aufgabe gelöst, indem man eine gigantische Anzahl von Spitzeln auf die Bevölkerung ansetzte. Das war nicht nur teuer sondern sorgte auch für Informationslecks und Widerstand. Wie würde man das heute angehen? Natürlich digital und natürlich unter dem Deckmantel der Rechtsstaatlichkeit. Mühsam Briefe mit dem Dampfbügeleisen öffnen ist passé, heute schreiben sich die Leute E-Mails untereinander, die Überwachern frei Haus geliefert werden.

Mitfiebern für Berlin

In Berlin wird gewählt, da heißt es natürlich wieder mitfiebern mit den gesellschaftspolitischen Schwergewichten. Martin Sonneborn gibt alles:

Früher verband mit mit dem Wort „Tracker“ Musik

Wer wie ich gelegentlich auf dem Nostalgie-Trip ist, dem empfehle ich an dieser Stelle wärmstens, sich ein paar SIDs, MODs oder XMs anzuhören. Wer nicht weiß, worum es sich dabei handelt: Einfach gesagt Dateiformate, die in frühen Computerspielen (fast ausschließlich C64 bis Amiga) und der Demoscene für Musik verwendet wurden. Einige wie z.B. SID enthielten weder Samples noch Instrumente sondern nur Notendaten für die Klangerzeuger der Computer und sind daher winzig klein, typischerweise 0,2% der Dateigröße eines gleich langen MP3-Songs.

Weckruf bizarr

Würdest Du morgens lieber von einem echten Menschen geweckt werden als von Weckergepiepe oder einem nervigen Radioprogramm? Dann gibt es jetzt eine Lösung für die Generation Internet: Ein Dienst namens Talk'O'Clock. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich morgens als erstes mit wildfremden Leuten sprechen will, aber irgendwie lustig ist die Idee trotzdem.

Verhältnismäßigkeit à la Deutschland

Heute mittag hat die Polizei sämtliche Server der deutschen Piratenpartei beschlagnahmt, Web, Wiki, Jabber, alles. Wer jetzt vermutet, dass es bei einem so massiven Eingriff in die Arbeit einer demokratischen Partei um kapitale Straftaten durch Parteimitglieder gehen muss, liegt falsch. Eine Anfrage der französischen Polizei, die Gerüchten zufolge gegen Teilnehmer einer Anonymous-DDOS-Aktion ermittelt, genügte, wie der Vorstand der Piraten inzwischen verlautbaren ließ.

Offenbar geht es um Informationen auf dem PiratenPad, einer Art virtueller Tafel, auf mehrere User kollaborativ an einem Text arbeiten können. Meines Wissens nach speichert das PiratenPad aber keine IP-Adressen, so dass hier keinerlei neue Erkenntnisse in den Ermittlungen zu erwarten sind.

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